Die Friedensdenkschriften der EKD entstehen selten und meist in Zeiten großer sicherheitspolitischer Umbrüche. Nach den Denkschriften von 1981 und 2007 erschien im vergangenen Jahr eine neue Denkschrift, die vor dem Hintergrund der sogenannten „Zeitenwende“ und der veränderten Debatten über Friedenssicherung steht. Wie auch ihre Vorgängerinnen ist sie Teil intensiver gesellschaftlicher und politischer Auseinandersetzungen über Fragen von Frieden, Sicherheit und Verantwortung.
Die Denkschrift ist bereits kontrovers diskutiert worden. Viele – innerhalb wie außerhalb der Kirche – loben den Realismus der neuen Positionen. Andere hingegen kritisieren, dass dabei pazifistische Grundlinien früherer kirchlicher Friedensethik aufgegeben worden seien.
Nach unserer ersten Veranstaltung zur neuen Friedensdenkschrift der EKD mit dem Friedensbeauftragten der EKD, Bischof Kramer, am 6. März 2026, bei der trotz unterschiedlicher Bewertungen die Relevanz der Schrift deutlich wurde, möchten wir die Diskussion nun fortsetzen und vertiefen.
Während sich die erste Veranstaltung mit der Denkschrift insgesamt befasste, richtet sich der Blick nun auf einen besonders aktuellen und brisanten Themenbereich: die nukleare Bedrohung und die damit verbundenen ethischen, politischen und sicherheitspolitischen Fragen.
Zu diesem Diskussionsabend begrüßen wir die Vorsitzenden des Redaktionsteams der Denkschrift, Prof. Dr. Reiner Anselm und Prof. Dr. Friederike Krippner. Auch im Hinblick auf die zu erwartenden friedensethischen Debatten im Umfeld des Kirchentages erscheint diese Diskussion besonders aktuell.
Andreas Hamburg
Pastor, Friedensbeauftragter der BEK
