Der neue Pastor an St. Markus

Liebe noch unbekannte
Gemeindemitglieder!

Hiermit möchte ich mich Ihnen vorstellen. Aber was heißt eigentlich „ich“? In der sehr ausführlichen Vorstellungsrunde habe ich über meine Arbeit und meine Theologie berichtet. Wenig dagegen haben ich von mir als ein Teil vom Wir gesprochen. Von diesem Wir aus verstehe ich mich; als Mensch, der aus der Gottes Beziehung zu leben versucht, in einer großen Familie, die mir auch als Pastor den Rücken stärkt, mich begleitet, inspiriert und nicht selten hinterfragt. Ein „ich“ ist ohne diese Beziehungen kaum denkbar und wäre sowieso ein fades Unternehmen. Nun möchte ich mich als ein Teil von wir verstehen. Wir, zu dem Sie demnächst auch gehören werden. Ich fange aber bei einer bekannten Ich-formenden Person an, der ich sehr verbunden bin.

Meine Frau Claudia Hamburg ist in Wolfenbüttel geboren, studierte Theologie am Missionsseminar in Hermannsburg mit dem Ziel nach Zentralafrika zu gehen. Daraus wurde nichts. Sie lernte mich kennen. Ich wollte als Missionar nach Sibirien gehen. Auch daraus wurde nichts. Gott schmunzelte über unsere Pläne. Wie dankbar bin ich Ihm, dass Er uns zusammen gebracht hat. Wir heirateten und gingen im Auftrag der Bayrischen Landeskirche in die Ukraine, meine alte Heimat, die ich 1995 mit 21 Jahren verlassen habe. Unsere Ausgangpositionen waren nicht gleich, denn in der Ukraine fühlte ich mich wie zuhause, besonders in Charkow – auf meiner ersten Pfarrstelle, wo ich früher Maschinenbau studiert habe. Wir sind nicht allein ausgereist. Unsere großen Töchter: Taisija (fast 16) und Valeria (gerade 14) begleiteten uns in dieser sehr aufregenden Zeit. Sie haben gute Erinnerung an die Zeit, die wir in Charkow verbracht haben, auch wenn sie ihren Vater nicht besonders oft in voller Anwesenheit erlebt haben. Aus dieser Zeit nahmen die beiden Großen etwas mit, das ihnen den Umzug nach Bremen leichter macht: die Neugierde auf das Neue und Aufgeschlossenheit.
Zwei weitere Kinder, Vincent (11) und Mia (fast 9), verbrachten ihre erste Zeit an die sie sich erinnern können in Odessa. Da fühlten sie sich sehr heimisch und wohl und es fiel ihnen nicht leicht, Odessa verlassen zu müssen. Irgend ein Kinderzauber ist da geblieben und ich wünsche den Beiden sehr, dass sie einen Hauch von diesem Zauber in Bremen wieder finden können.
Zwei echte Bayern haben wir in der Familie, die sich im Fichtelgebirge wunderbar eingelebt haben: Timofej (fast 4) und Maximilian (1,5). Sicherlich verstehen sie vom Umzug nach Bremen am Wenigsten. Nur meine Frau und ich wissen ganz genau was die Kleinen vermissen werden. Ein ruhiges Dorf , das besonders unseren kleinen Kindern eine schöne Zeit und einen soliden bodenständigen Start ins Leben gegeben hat.
Selbstverständlich blicken wir alle auf unserer Zeit in Oberfranken zurück. Mit Dankbarkeit, dass wir viele neue Erfahrungen machen konnten und Trauer, dass wir es hinter uns lassen mussten.
Aber jetzt gucken wir nach vorne, wo wir uns gemeinsam mit Euch – liebe Brüder und Schwestern in der St.-Markus-Gemeinde auf dem Weg des Glaubens machen werden. Da sind wir sehr gespannt und freudig über das, was unser Herr mit uns allen vorhat. Möge unsere gemeinsame Zeit unter Seinem Segen stehen.

Pastor
Andreas Hamburg und Familie